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Amex Platinum Kündigung – was passiert mit meinen Membership Rewards Punkten?

Kategorie: Kreditkarten  ·  erstellt von Veronika S.  ·  27. Apr 2024, 12:28  ·  13 Antworten · 2684 Aufrufe

Hallo zusammen,

ich überlege gerade ernsthaft, meine Amex Platinum zu kündigen. Der Jahresbeitrag von 720 € (in Österreich gleicher Preis wie in Deutschland) ist für mich aktuell einfach nicht mehr zu rechtfertigen – ich reise deutlich weniger als früher und die Lounge-Zugänge, die ich früher regelmäßig genutzt habe, fallen bei mir jetzt fast komplett weg. Die Credits für Hilton, Marriott und Co. nutze ich auch kaum.

Mein Problem: Ich habe noch rund 40.000 Membership Rewards Punkte auf dem Konto angesammelt. Ich weiß aus vager Erinnerung, dass die Punkte nach einer Kündigung verfallen – aber ich bin mir nicht 100% sicher, ob das wirklich stimmt oder ob man noch eine Nachfrist hat.

Meine Fragen:

  • Verfallen die Punkte tatsächlich mit Kündigung sofort oder gibt es eine Übergangsfrist?
  • Was sind sinnvolle Einlösemöglichkeiten für 40.000 Punkte, bevor ich kündige?
  • Lohnt sich ein Downgrade auf die Amex Gold statt Kündigung – bleiben dann die Punkte erhalten?

Ich bin keine große Reise-Hackerin, also die ganzen Airline-Transfer-Tricks kenne ich nur oberflächlich. Konkrete Empfehlungen wären super. Danke!

— Österreich ist nicht Deutschland — aber Sparen geht überall.

Kurze Antwort vorweg: Ja, die Punkte verfallen bei Kündigung – und zwar ohne Gnadenfrist. Amex löscht das MR-Konto in der Regel innerhalb weniger Tage nach Kontoschließung. Das steht tatsächlich in den Teilnahmebedingungen, wird aber gerne übersehen.

Zum Downgrade auf Amex Gold: Das ist eine sehr valide Option wenn du die Punkte nicht verlieren willst! Das MR-Konto bleibt dabei bestehen, weil du technisch gesehen Amex-Kartenkunde bleibst. Jahresbeitrag Gold liegt bei ca. 144 € – also deutlich weniger als Platinum. Ob sich das lohnt, kommt drauf an wie aktiv du die Karte danach noch nutzt. 😄

Für die 40k Punkte: Airline-Transfer zu Flying Blue (Air France/KLM) oder Avios (British Airways/Iberia) ist eigentlich das Sinnvollste wenn du auch nur gelegentlich fliegst. 40.000 Avios reichen z.B. für zwei Europaflüge in der Economy wenn du die richtigen Strecken nimmst.

— Bank von innen kennen – und trotzdem klug anlegen.

Ich hatte das gleiche Problem letztes Jahr mit meiner Amex! 😅 Hatte auch so 25k Punkte und wusste nicht was ich machen soll.

Ich hab die dann einfach über den Amex-eigenen Reiseshop eingelöst – also Flug direkt über die Amex Travel Plattform buchen. War nicht die effizienteste Option laut Forumsmeinung aber für mich war es unkompliziert und ich hatte danach tatsächlich einen schönen Kurztrip für meine Tochter und mich. Wert pro Punkt so ca. 0,6-0,7 Cent, also nicht der Hammer aber immerhin.

Das mit dem Airline-Transfer hab ich nie durchgeblickt ehrlich gesagt 😂 Aber Gino hat recht, wenn du ein bisschen Zeit investierst ist das deutlich mehr Wert.

— Sparen mit zwei Kindern und halber Stelle. Geht irgendwie 😅

warte mal kurz – 720€ Jahresbeitrag?? Das ist ja krank. Ich hab ne kostenlose DKB und bin happy 😂

Aber mal ernsthaft, ich hab mal irgendwo gelesen dass man die MR Punkte auch in Amazon-Guthaben umwandeln kann oder so? Weiß jemand ob das noch geht? Wäre für Leute die nicht reisen vielleicht einfacher als irgendwelche Airline-Transfers rauszufinden

— Bin noch am lernen aber hey, jeder fängt mal an!

@ETF_Entdecker_Eddi: Amazon-Einlösung existiert, ist aber mit Abstand die schlechteste Option. Man erhält dort ca. 0,4–0,5 Cent pro Punkt. Bei 40.000 Punkten wären das 160–200 €.

Zum Vergleich: Ein Transfer zu Singapore Airlines KrisFlyer oder zu ANA Mileage Club und anschließende Einlösung für Business-Class-Flüge kann rechnerisch 2–3 Cent pro Punkt ergeben. Das ist ein Faktor 5–6 gegenüber Amazon. Die Schlussfolgerung ist eindeutig.

— Emotionen raus, Daten rein.

ich kenn mich mit den ganzen airline programmen nicht aus aber eine sache kann ich sagen: nicht unter zeitdruck einlösen. hab mal gehört dass leute schnell irgendwas gebucht haben kurz vor kündigung und dann war das nen schlechter deal weil sie keine zeit hattn zu vergleichen.

also erstmal die kündigung hinauszögern, in ruhe überlegen was man will, dann einlösen, dann erst kündigen. klingt logisch aber wird oft vergessen wenns pressiert

— null euro am end des monats – kenn ich, war ich, nie wieder

Ich möchte hier kurz etwas Wichtiges zur Klarstellung ergänzen, weil ich in diesem Thread ein paar Ungenauigkeiten sehe:

Zur Verfallsfrage: Laut den aktuellen Amex Membership Rewards Teilnahmebedingungen (Stand 2024) verfallen die Punkte mit Kontoschließung. Es gibt keine offizielle Nachfrist. In Einzelfällen haben Nutzer berichtet, dass Amex kulant war – aber darauf sollte man sich keinesfalls verlassen. Bitte vor Kündigung einlösen.

Zum Downgrade: Das ist korrekt dargestellt worden. Ein Produktwechsel (Platinum → Gold oder → Green) erhält das MR-Konto. Das sollte man telefonisch mit Amex klären und sich bestätigen lassen, bevor man handelt.

Zu Transferpartnern: Amex hat für österreichische Kunden grundsätzlich die gleichen Transferpartner wie für deutsche Kunden, aber es lohnt sich, das direkt im eigenen Amex-Online-Konto zu prüfen – gelegentlich gibt es regionale Unterschiede bei Bonustransfer-Aktionen.

— Sachlich, fair, auf den Punkt.
Zuletzt bearbeitet von Ingrid (Mod) am 18. Mai 2024, 08:39 – Grund: Klarstellung zu österreichischen Besonderheiten ergänzt

Ich nutze die Amex Platinum seit Jahren und hab das Thema Downgrade selbst schon zweimal mit Amex telefonisch besprochen.

Was ich dabei gelernt habe: Amex ist oft verhandlungsbereit. Wenn du anrufst und sagst du willst kündigen, bieten die manchmal einen Retentions-Bonus an – also zusätzliche Punkte oder eine Beitragsgutschrift, damit du bleibst. Bei mir waren das einmal 20.000 Punkte Bonus. Das lohnt sich zumindest anzufragen, bevor man einfach kündigt.

Wenn das nicht klappt: Flying Blue Transfers sind aktuell eigentlich die zugänglichste Option ohne großes Airline-Wissen. Air France/KLM fliegt Wien gut an, und 40.000 Punkte = 40.000 Miles bei 1:1 Transfer. Damit kommt man für einen Europaflug schon gut hin.

— Beton ist auch ein Investment.

Danke schon mal für die schnellen Antworten!

@ImmoInvestorin_Inge: Den Retentions-Bonus-Tipp werde ich definitiv ausprobieren. Das wäre ich nicht drauf gekommen – klingt aber sehr sinnvoll bevor man einfach direkt kündigt.

@Mod_Ingrid_Finanzen: Gut zu wissen mit der Bestätigung beim Downgrade. Ich werde das auf jeden Fall telefonisch absichern.

Noch eine Nachfrage: Beim Transfer zu Flying Blue – gibt es da manchmal Bonustransfer-Aktionen von Amex? Also dass man z.B. 30% mehr Miles bekommt? Oder ist das eher selten?

— Österreich ist nicht Deutschland — aber Sparen geht überall.

Bonustransfer-Aktionen gibt es tatsächlich, aber unregelmäßig und nicht vorhersehbar. Amex schickt dazu manchmal E-Mails an Platinum-Kunden oder man sieht es im Online-Portal unter "Punkte einlösen". In der Vergangenheit gab es z.B. 30% oder 40% Bonus-Miles bei Transfers zu bestimmten Partnern – aber das kann man nicht planen.

Mein Rat: Schau jetzt direkt in deinem Amex-Konto nach, ob aktuell eine solche Aktion läuft. Wenn ja, sofort nutzen. Wenn nicht, würde ich nicht ewig warten und das Risiko eingehen, dass der Jahresbeitrag nochmal fällig wird.

Und noch was zum großen Bild: 40.000 Punkte sind bei Flying Blue ungefähr ein Hin- und Rückflug Wien–Paris in der Economy, wenn man flexibel ist. Das ist kein Weltrekord aber deutlich besser als Amazon-Guthaben. 😄

— Rebalancing ist Pflege, nicht Panik.

ok Nikolai hat mich überzeugt, Amazon ist Mist 😅 aber ich find das ganze Airline Transferzeug immer noch mega kompliziert. Gibt's da irgendwo ne vernünftige Erklärung für Anfänger? Ich hab selbst ne Amex Gold und würde meine Punkte auch gerne sinnvoll verwenden irgendwann

Sorry für den leichten Offtopic aber passt ja vom Thema her

— Bin noch am lernen aber hey, jeder fängt mal an!
ETF_Entdecker_Eddi schrieb:Gibt's da irgendwo ne vernünftige Erklärung für Anfänger?

Mach lieber nen eigenen Thread auf dafür, sonst schweift das hier zu sehr ab. Kurzversion: Der Blog "The Points Guy" hat auch deutsche Inhalte, und auf Reddit gibt's r/Vielflieger wo das alles sehr gut erklärt ist. Einstiegslektüre für ca. 2 Stunden und du checkst die Basics. 👍

— Bank von innen kennen – und trotzdem klug anlegen.

Ein Aspekt der hier noch nicht erwähnt wurde: Der Realwert von Punkteprogrammen nimmt über die Zeit ab. Amex hat die Einlösebedingungen für MR-Punkte in den letzten Jahren mehrfach leicht verschlechtert, und auch Airline-Programme werten ihre Award-Charts regelmäßig ab. Das ist kein Argument für Panik, aber ein Argument dafür, Punkte nicht zu horten.

40.000 Punkte heute sind realer Gegenwert. In zwei Jahren könnten sie weniger wert sein – nicht nominal, aber in dem was man dafür bekommt. Also auch unter diesem Gesichtspunkt: Einlösen und dann strukturiert entscheiden ob man die Karte braucht oder nicht.

— Inflation ist die unsichtbare Steuer.

Ich lese hier schon eine Weile mit und muss sagen, ich habe meine Amex vor drei Jahren aus ähnlichem Grund gekündigt – damals noch 18.000 Punkte drauf. Ich hatte leider nicht gewusst dass sie verfallen und habe den Fehler gemacht, einfach zu kündigen. Die Punkte waren weg, ohne Wenn und Aber. Amex hat auf meine spätere Anfrage sehr freundlich aber klar geantwortet dass das leider nicht rückgängig zu machen sei.

Also bitte wirklich: erst einlösen, dann kündigen. Klingt banal aber ich hätte mir das damals gewünscht das jemand mir das so direkt sagt.

— Auch mit 70 kann man noch Zinsen optimieren.
Zuletzt bearbeitet von Hedwig am 23. Mai 2024, 01:10 – Grund: Tippfehler
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