Das Zertifikat - Wertpapier für Fortgeschrittene

Zertifikate sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen eines Emittenten. Die Bonität Worterklärung des Emittenten Worterklärung - anhand derer sich die Ausfallwahrscheinlichkeit Worterklärung bemisst - ist daher ebenso wie bei klassischen Inhaberschuldverschreibungen ein wichtiges Entscheidungskriterium für eine Anlage. Zertifikate können über die Börse oder direkt beim Emittenten ge- und verkauft werden. Die Wertentwicklung eines Zertifikates ist jeweils an die Entwicklung eines Basiswerts Worterklärung geknüpft. Dieser Basiswert kann zum Beispiel eine einzelne Aktie Worterklärung, ein Aktienkorb (also eine Zusammenstellung verschiedener Aktien) oder ein Index Worterklärung sein.

Folgende Zertifikattypen werden unter anderem unterschieden, wobei die Bezeichnungen durchaus unterschiedlich sind.

  • Bei Indexzertifikaten entwickelt sich der Wert des Papiers genau wie der zu Grunde liegende Aktienindex, wie beispielsweise derDAX®Worterklärung oder der Euro STOXX 50 ® Worterklärung. Angeboten werden Indexzertifikate auf die meisten großen und bedeutenden Aktienindices. Der Vorteil: Mit dem Kauf von Indexzertifikaten kann der Anleger an der Wertentwicklung eines gesamten Marktes teilhaben.

  • Beim Branchen- oder Themenzertifikat ist das zu Grunde liegende Investitionsobjekt ein Aktienkorb mit Unternehmenstiteln, die einen starken thematischen Bezug zueinander haben oder der gleichen Branche angehören. Im Vergleich zu einem Indexzertifikat hängen hier die Renditechancen nicht von einem breiten Branchenmix, sondern von der Wertentwicklung einiger ausgewählter Unternehmen ab. Die Ertragschance aber auch das eingegangene Risiko sind dabei häufig höher.

  • Bonuszertifikate enthalten gegenüber einer Direktanlage in den Basiswert ein gewisses Sicherheitspolster. Das Polster bietet eine Mindestrückzahlung des Bonusbetrags in zuvor festgelegter Höhe. Dies aber nur solange der Basiswert, also die Aktien oder der Index, in einem bestimmten Zeitraum nicht unter eine vorab festgelegte Schwelle sinkt. Bei einmaligem Erreichen oder Unterschreiten der Schwelle bildet das Zertifikat den Basiswert direkt ab; die Auszahlung entspricht dann dem aktuellen Wert des Basiswerts.

  • Beim Discountzertifikat erwirbt der Anleger eine Aktie oder einen Index mit einem Abschlag, dem Discount. Dieser kann teilweise weit unter dem aktuellen Kurs liegen. Dementsprechend sind höhere Gewinne möglich, jedoch ausschließlich bis zu einem vorher festgelegten Höchstbetrag. Darüber hinaus partizipieren die Sparer nicht mehr an einer weiteren Wertentwicklung.

  • Mit einem Garantiezertifikat wird den Anlegern ein Produkt angeboten, das bei Fälligkeit einen zuvor festgelegten Rückzahlungsbetrag bietet und gleichzeitig die Chance auf einen zusätzlichen Ertrag erlaubt. Diese Art von Zertifikat ist ein Vollgarantieprodukt. Unter einem Teilgarantieprodukt ist ein Garantiezertifikat zu verstehen, das lediglich die Garantie auf einen Verlustschutz innerhalb einer gewissen Bandbreite gibt.

  • Expresszertifikate haben in der Regel eine mehrjährige Laufzeit, bieten jedoch abhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung. Die vorzeitige Rückzahlung erfolgt dann, wenn an einem der vorher festgelegten Stichtage der Kurs einen bestimmten Zielwert erreicht oder überschritten hat. In diesen Fällen erhält der Anleger zusätzlich zur Anlagesumme einen festen Geldbetrag.

    Der Emittent legt bei der Emission eines Expresszertifikats die notwendigen Kennzahlen fest: Das Startniveau ist der Wert des Basiswerts - in der Regel ein Aktienindex oder eine Aktie - zum Zeitpunkt der Emission. Zu mehreren Stichtagen gibt es die vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit. Die Tilgungsschwelle bezeichnet den Wert, der vom Basiswert am jeweiligen Stichtag erreicht oder überschritten sein muss, um die vorzeitige Tilgung auszulösen. Die Barriere ist eine Art Sicherheitspolster und liegt regelmäßig unterhalb des Startniveaus. Wenn sie nicht am Ende der Laufzeit unterschritten wird, bekommt der Anleger das nominal eingesetzte Kapital ausgezahlt.
Tipp: genau informieren

Wegen der vielfältigen Risiken und der teils komplexen Konstruktion von Zertifikaten sollte der Anleger den Prospekt aufmerksam lesen und sich diesen bei Bedarf erklären lassen, um Risiken und Chancen der Anlage richtig einschätzen zu können.

Suche

Rechnermodule
icon
glossar
Glossarbegriffe mit AGlossarbegriffe mit BGlossarbegriffe mit CGlossarbegriffe mit DGlossarbegriffe mit EGlossarbegriffe mit FGlossarbegriffe mit GGlossarbegriffe mit HGlossarbegriffe mit IGlossarbegriffe mit JGlossarbegriffe mit KGlossarbegriffe mit LGlossarbegriffe mit MGlossarbegriffe mit NGlossarbegriffe mit OGlossarbegriffe mit PGlossarbegriffe mit RGlossarbegriffe mit SGlossarbegriffe mit TGlossarbegriffe mit UGlossarbegriffe mit VGlossarbegriffe mit WGlossarbegriffe mit XGlossarbegriffe mit Z

Audio/Podcast