Es ist nicht immer leicht, die optimale Mischung und den richtigen Zeitpunkt für Käufe oder Verkäufe einzelner Anlageprodukte zu finden. Jeder sollte sich deshalb vor einer größeren Geldanlage umfassend informieren oder beraten lassen. Ob man hierfür auf das von der Bank zur Verfügung gestellte Aufklärungs- und Informationsmaterial, sonstige Fachliteratur, das Internet oder auf die Erfahrung eines Anlageberaters einer Bank zurückgreift, ist eine persönliche Entscheidung.
Tipp: vorab Notizen machen
Jeder Anleger sollte sich vor einem Beratungsgespräch Gedanken über seinen Anlagewunsch machen. Auch die bisherigen Erfahrungen mit der Geldanlage spielen eine Rolle. Hierbei helfen auch ein paar Notizen, um die wichtigsten Fragen an den Bankberater, wie beispielsweise über das Anlageziel, anfallende Kosten, Laufzeit, vorzeitige Kündigungsmöglichkeit und natürlich das mit der Anlage verbundene Risiko, beim Gespräch nicht zu vergessen.
Wichtig ist, dass die Anlage im Ergebnis zu den individuellen Vermögensverhältnissen, zur Risikobereitschaft und zu den Sparzielen passt. Vor der Wahl einer Geldanlage sollte man sich deshalb über folgende Fragen im Klaren sein:
Wofür spare ich? 
Es ist ratsam, sich zunächst eine Liste seiner Sparziele zusammenzustellen. Diese Aufstellung gibt Aufschluss über die mögliche Dauer der Anlagen. Für eine Rücklage kann es zum Beispiel erforderlich sein, dass der Sparer jederzeit ganz oder teilweise über sein Kapital verfügen möchte.
Wer sein Geld optimal anlegen will, sollte die Kombination verschiedener Anlageprodukte wählen, die auf seine persönlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie auf seine Sparziele abgestellt sind. Dabei gilt: Je größer das Vermögen und je unterschiedlicher die Anlageziele sind, umso breiter muss das Vermögen gestreut sein.
Tipp: persönliche Lebensumstände berücksichtigen
Berücksichtigen Sie bei der Festlegung Ihrer Sparziele stets Ihre persönlichen Lebensumstände. Ältere Anleger sollten beispielsweise bereits einige Jahre vor der Rente damit beginnen, ihr Erspartes von risikoreicheren Anlagen auf sichere Produkte umzuschichten. Dies gilt vor allem dann, wenn ein Teil des Vermögens zur Aufbesserung der Rente benötigt wird. Junge Berufstätige müssen sich dagegen erst ein Vermögen aufbauen und können beim Sparen für die Altersvorsorge beispielsweise noch stärker auf die Aktienanlage zurückgreifen. Je nach persönlicher Risikobereitschaft und Anlageerfahrung kann man hiervon selbstverständlich abweichen .
Welchen Betrag kann ich überhaupt sparen bzw. anlegen?
Hilfreich ist dabei, wenn man systematisch seine Ein- und Ausgaben kontrolliert.
Die nachstehende Übersicht ist ein Beispiel dafür, wie Sie Ihren persönlichen monatlichen Finanzplan aufstellen können.
Abb.: Sparplan
Daneben sollten Anleger auch die finanziellen Erwartungen und Verpflichtungen der überschaubaren Zukunft beachten. Dazu gehören zum Beispiel Einkommenserhöhungen oder mögliche Erbschaften, aber auch geplante größere Anschaffungen beziehungsweise der Wunsch, eine Familie zu gründen.
Wie risikobereit bin ich?
Sparer, die über wenige Rücklagen verfügen, sollten riskante Anlagevarianten meiden. Je größer die Ersparnisse bzw. das Vermögen ist und je mehr die Risiken durch die Wahl verschiedener Anlageformen gemischt werden können, je eher können auch risikoreichere Produkte für die Vermögensanlage in Frage kommen.
Bei jeder Geldanlage gibt es ganz unterschiedliche Risiken, die zu beachten sind und über die der Anleger sich informieren sollte (beispielsweise mit der Broschüre "Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren" vom Bank-Verlag, Köln.) Zu diesen Anlagerisiken zählen unter anderem das:
- Bonitätsrisiko (auch Schuldner- oder Emittentenrisiko), also die Gefahr, dass der Emittent der Anlageprodukte vorübergehend oder endgültig zahlungsunfähig wird.
- Kursänderungsrisiko, also die Gefahr, dass die Aktienkurse auf Grund der generellen Marktentwicklung oder auch auf Grund der speziellen finanziellen Lage des Emittenten sinken.
- Zinsänderungsrisiko, das eintritt, wenn das Zinsniveau am Markt steigt und zugleich die Kurse von bereits ausgegebenen festverzinslichen Wertpapieren sinken (Kursrisiko). Hintergrund: Bei steigenden Zinsen werden die neu ausgegebenen Wertpapiere mit den höheren Zinserträgen für Anleger attraktiver und werden stärker nachgefragt als die älteren Papiere mit einem niedrigeren Zinssatz.
- Wechselkurs- oder Währungsrisiko, das bei jeder Anlage in eine fremde Währung eintritt, deren Wechselkurse schwanken können. Verliert die Anlagewährung im Vergleich zur eigenen Währung an Wert, so treten Kursverluste auf.
- Inflationsrisiko, da die generelle Preissteigerung zu einer Geldentwertung führen und damit den Wert einer Geldanlage mindern kann.
Wie lange kann ich auf das Geld verzichten? 
Gleichgültig, für welche persönlichen Sparziele die Geldanlage getätigt wird, eine Rücklage für Notsituationen – sei es eine defekte Waschmaschine, ein kaputtes Auto oder auch eine Reparatur in der Wohnung – sollte immer vorhanden sein. Reicht diese Rücklage nicht aus, muss das angelegte Kapital so schnell wie möglich in Bargeld umgewandelt werden können – Experten sagen auch: liquidiert werden.
Aber auch für bereits absehbare, planbare Situationen kann der Anleger termingerecht vorsorgen, beispielsweise wenn er größere Anschaffungen in naher Zukunft beabsichtigt, eine Urlaubsreise buchen will oder der Ruhestand bevorsteht.
Die Verfügbarkeit oder Liquidität einer Kapitalanlage hängt also davon ab, wie schnell ein Betrag, der in einem bestimmten Produkt angelegt wurde, wieder in Bargeld oder Kontoguthaben umgewandelt werden kann. Wertpapiere, die an einer Börse gehandelt werden, sind in der Regel besonders liquide. Anleihen, und Aktien können zudem bei Kreditinstituten im Rahmen bestimmter Grenzen kurzfristig beliehen werden. Der Vorteil: Die Papiere müssen nicht verkauft werden. Dies ist besonders dann interessant, wenn der Zeitpunkt gerade ungünstig ist, also zum Beispiel der Aktienkurs aktuell unter dem Kaufpreis liegt.
Welchen Ertrag bringt die Anlage bzw. wie rentabel ist sie?
Der mögliche Ertrag einer Geldanlage ist für den Anleger ein besonders wichtiges Auswahlkriterium. Folgende Ertragsquellen können unterschieden werden:
- ein fest vereinbarter oder variabler Zins
,
- eine Dividende
auf Aktien,
- eine Ausschüttung
auf Investmentfondsanteile und
- ein Kursgewinn
bei Wertpapieren bzw. ein Wertzuwachs, etwa bei Lebensversicherungen, Grundstücken oder Edelmetallen.
Bei gleicher Bonität und gleichem Liquiditätsgrad sollte in aller Regel der Ertrag den Ausschlag geben. Ein korrekter Vergleich muss allerdings die Kosten, Gebühren und die steuerlichen Aspekte der Anlage berücksichtigen.
Die Rendite ist für den Anleger die wichtigste Kennzahl für den Erfolg seiner Geldanlage. Sie gibt Auskunft über die tatsächliche Verzinsung, also die Effektivverzinsung des eingesetzten Kapitals. Bei Aktien wird die Rendite aus den ausgeschütteten Dividenden plus oder minus Kursgewinn bzw. Kursverlust bezogen auf den Aktienkurs ermittelt. Da Kapitaleinkünfte einkommensteuerpflichtig sind, ist für den Privatanleger vor allem die Rendite nach Steuern entscheidend.
Bei festverzinslichen Wertpapieren berechnet man die Rendite, indem der jährliche Ertrag der Anlage durch den Kapitaleinsatz geteilt wird. Außerdem ist die Laufzeit des Papiers zu berücksichtigen.
Beispiel:
Nominalzins 7 %
Anschaffungskurs 97 €
Rückzahlungskurs 100 €
Laufzeit 6 Jahre
Rendite = 7,73 %
Renditerechner
Wie viel Zeit will ich für meine persönlichen Finanzen investieren?
Jeder Anleger sollte ein Mindestmaß an Zeit für seine persönliche Vorsorge und Vermögensbildung mitbringen. Die Palette der Anlageprodukte reicht heute von einfachen Sparformen bis hin zu komplexen Angeboten, die viel Fachwissen und auch die regelmäßige Beobachtung der Börse voraussetzen. Hier muss jeder selbst entscheiden, wie viel Zeit er für seine Geldanlage investieren will.
Tipp: Vermögensverwaltung durch die Bank
Wer im Besitz eines größeren Vermögens ist, kann auch eine Bank mit dessen Verwaltung beauftragen. Sie gibt beispielsweise Empfehlungen, übernimmt die laufende Überwachung des Depots und empfiehlt bei Bedarf Umschichtungen bzw. nimmt diese im Rahmen einer Vollmacht unmittelbar selbst vor.