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Der Dispo - flexibler Kredit
Ein Dispositionskredit, kurz Dispo genannt, ist ein Überziehungskredit auf dem Girokonto. Die Bank ermöglicht ihren Kunden so, den kurzfristigen Kreditbedarf zu decken.
Sie können dann das Konto bis zu einem festgelegten Höchstbetrag ohne weitere Ankündigung und ohne Formalitäten überziehen. Einzige Bedingung: Der Kontoinhaber muss mindestens 18 Jahre alt sein. Wer jünger ist, darf sein Konto ausschließlich im Guthaben führen.
Das Kreditlimit oder der Kreditrahmen wird von der Bank in der Regel automatisch eingeräumt, sobald auf dem Konto regelmäßige Zahlungen eingehen. Eine weitere Voraussetzung kann sein, dass das Konto bereits eine Zeit lang besteht und ohne Probleme geführt wurde. Ein entsprechender Hinweis auf die Höhe des gewährten Kreditrahmens steht üblicherweise jeweils auf den Kontoauszügen. Die Banken verlangen für den Dispokredit in der Regel keine zusätzlichen Sicherheiten. Es genügt zum Beispiel der regelmäßige Eingang des Gehalts.
Ist das Kreditlimit als Obergrenze erst einmal festgelegt, kann der Kontoinhaber den Rahmen je nach Bedarf und ohne Formalitäten ganz oder auch nur zum Teil ausschöpfen. Auch das Abzahlen des Kredits kann er ganz nach seinen Vorstellungen gestalten: Er kann den in Anspruch genommenen Kredit nach Belieben ausgleichen.
Die Banken berechnen für diesen kurzfristigen Kredit Sollzinsen. Der Zinssatz für das Überziehen des Girokontos ist in der Regel variabel und hängt unter anderem von der Entwicklung der Leitzinsen bei der Europäischen Zentralbank ab.
Die Sollzinsen werden nur für den Betrag berechnet, um den das Konto tatsächlich überzogen ist, und nicht für das gesamte eingeräumte Limit. Laufende Geldzu- und -abflüsse werden dabei taggenau abgerechnet. Die Abbuchung der Sollzinsen erfolgt mit der Abrechnung der Kontoführungspreise in der Regel zum Quartals- oder Halbjahresende. Schließlich wird der Kredit durch die regelmäßigen Zahlungseingänge immer wieder getilgt. Bei kurzfristigem Finanzbedarf ist daher der Dispo flexibel und jederzeit einsatzbereit.
Aber: Im Vergleich zu anderen Kreditarten mit starren Tilgungsraten verlangt der flexible Dispokredit dem Bankkunden eine strenge Ausgabedisziplin ab. So gewöhnen sich viele Kunden daran, das Girokonto ständig im Soll zu führen – das aber irgendwann doch einmal bezahlt werden muss.
Tipp: Ratenkredit und Dispo genau vergleichen
Faustregel: Bei einem einmaligen Geldbedarf von bis zu drei Nettomonatsgehältern besser das Konto überziehen. Ein Dispositionskredit ist dann meist billiger als ein Ratenkredit. Weiterer Vorteil: Die Konditionen werden automatisch nach unten angepasst, wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt. Beim Ratenkredit hingegen bleiben die Zinsen während der gesamten Laufzeit konstant. Zudem verringern auf dem Konto eingehende Zahlungen wie Gehalt, Urlaubsgeld oder Steuererstattung beim Dispokredit sofort den Schuldenstand und damit zugleich die Zinslast. Aber der Dispo ist nur für kurzfristige Liquiditätsengpässen gedeckt. Bei längerfristigem Finanzierungsbedarf sollten andere Kreditformen gewählt werden.
Mehr Informationen finden Sie dazu auch unter der Rubrik „Kredite und Finanzierung“.
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